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Wissenswertes über Berühmte Perlenobjekte.

Die Marie-Antoinette-Perlen

Im November 1999 versteigerte das Auktionshaus Christie's in Genf für 1,47 Millionen US-Dollar eine Naturperlenkette mit 41 Perlen im Durchmesser von 8,5mm bis 16,35mm. Es soll sich dabei um die legendäre Kette der französischen Königin Marie Antoinette gehandelt haben.

Das Kreuz des Südens

1886 war in London eine kreuzförmige Gruppe von neun aneinander gewachsenen Perlen zu sehen, die den Namen "Kreuz des Südens" erhielt, sie war 1874 in der Nähe von Cossak an der australischen Westküste gefunden worden. Von dem Fundort auf der südlichen Halbkugel her stammt auch der Name 'Kreuz des Südens'. Die Mittellinie des etwa 3,8 cm langen Kreuzes bestand aus 7 Perlen, die Seitenarme aus je einer Perle. Angeblich wurde das Objekt von einem Jungen gefunden, dessen Chef es 1883 weiterverkaufte. Nach Augenzeugenberichten war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Arm des Kreuzes angeklebt worden und es gab weitere Klebestellen. 1886 wurde die Kuriosität, die sich dann im Besitz einer Gruppe von Geschäftsleuten aus Westaustralien befand, von dem Londoner Juwelier Edwin Streeter nach London gebracht und in der Kollonialausstellung gezeigt.

Das Londoner Gem Testing Laboratory untersuchte 1981 eine Gruppe von Perlen, die mit dem so genannten Kreuz des Südens identisch sein soll. Das Labor fand heraus, dass es nur zwei natürliche Verbindungsstellen zwischen den Perlen gab, alle anderen Stellen waren geklebt.

Die berühmteste Perle dürfte die sog. Hope-Perle sein, sie war ursprünglich ein Teil der Anfang 1800 zusammengetragenen des Londoner Bankiers Henry Philip Hope. Die Sammlung wurde 1839 von Bram Hertz katalogisiert, im Katalog ist die Hope-Perle mit aufgeführt. Die Perle wurde wahrscheinlich von Tavernier in der Zeit um 1650 in Indien erworben und 1669 an den fränzösichen König Ludwig XIV. Verkauft. Die Perle misst etwa 150 x 83 x 50 mm, sie wiegt 1816 Grains (454 Karat). Die Form ist zylindrisch bis annähernd tropfenförmig, zum schmaleren, oberen Ende hin ist die Farbe weiß und von gutem Lüster, zum unteren Ende hin geht sie nach und nach in ein irisierendes Grauviolett über. Das untere Ende ist auf der Oberfläche von unregelmäßigen Kanälen durchzogen, die noch von der Stelle herstammen, an der die Perle ursprünglich angewachsen war (es handelt sich um eine Blisterperle).

Henry Philip Hope starb 1839, 1851 war die Perle auf der großen Industrieausstellung in London zu sehen und 1881 wurde sie von A. J. Beresford-Hope dem im gleichen Jahr eröffneten South Kensington Museum als Leihgabe zur Verfügung gestellt, das Museum wurde später in Victoria- und Albert-Museum umbenannt. 1886 ging die Perle zusammen mit anderen Teilen der Hope-Sammlung über das damalige Auktionshaus Christie's & Manson an den Londoner Juwelier Garrard & Co., der sie seinerseits 1908 für 9.000,00 Pfund zum Kauf anbot. Max Bauer beziffert den Wert 1896 mit etwa 250.000,00 DM. 1974 wurde sie von Mohamed Mahdi Altajir aus Dubai für 200.000,00 US Dollar von dem französischen Juwelier Gerards erworben, davor war sie einmal in der Smithsonian Institution in Washington ausgestellt gewesen, 1955 wird der Wert mit 130.000,00 US Dollar beziffert. Die Perle befindet sich heute noch im Besitz des Prinzen Altajir.

1989 war die Perle auf der vom Auktionshaus Christie's organisierten Ausstellung "The Glory of the Goldsmith – Magnificent Gold and Silver from the Al-Tajir-Collection" zu sehen gewesen. 1992 bildete sie den Mittelpunkt einer von K. Mikimoto Co. durchgeführten Ausstellung. Davor und danach wurde die Perle vom Gem Testing Laboratory der Gemmological Association of Great Britain untersucht, in Japan erfolgte die Untesuchung durch das Mikimoto Research Laboratory in toba in der Präfektur Mie. Die Perle wurde als natürliche Blisterperle bestimmt, die wahrscheinlich aus Pinctada margaritifera stammt.

Die Perle ist heute zusammen mit kleinen Diamanten, Smaragden und Rubinen in einen Anhänger eingefasst, der eine in mehreren Farben emaillierte Krone darstellt, die Gesamtlänge des Anhängers beträgt 9 cm.

Die Peregrina

Die Peregrina dürfte nach der Hope-Perle die berühmteste Perle der Geschichte sein, um die sich bis heute eine Reihe von Legenden ranken, so wurde u. a. die Behauptung aufgestellt, dass es sich um die 2. Perle vom Ohr der Kleopatra handele. Die Perle hat die Größe eines Taubeneis und die Form eines Tropfens, sie wiegt 203,84 Grains (50,96 Karat) oder 10,2 Gramm). Die abenteuerliche Geschichte der "Pilgerin" oder der "Unvergleichlichen" beginnt mit dem spanischen Eroberer Vasco Nunez de Balbao auf einer kleinen Insel im Golf von Panama. Balbao entdeckt die Perle, kurz nachdem er den Pazifik erblickt hat, im Besitz eines Sklaven und beschlagnahmt sie, dem Sklaven schenkte er die Freiheit. Balbao übergibt die Perle dem spanischen König Ferdinand V., in dessen Ungnade er nach dem Tod der Königin Isabelle gefallen war. 1513 wird die Perle in den spanischen Kronschatz aufgenommen und geht von Karl V. an seinen Sohn Philipp den II., der sie seiner zweiten Frau Mary Tudor 1556 zum Hochzeitsgeschenk macht. Nach Marys Tod gelangt die Perle 1558 wieder nach Spanien zurück und soll zunächst in die Krone der Statue von Guadelupe eingesetzt werden. Philipp trägt sie stattdessen selbst bei großen Gelegenheiten an seinem Hut, und die Perle wird durch ihn bekannt und berühmt. Später geht die Perle an die Gattin seines Sohnes, Margarete von Österreich, die sie an Isabella von Bourbon, Gemahlin Philpps IV., weitergibt. Die Tochter Philipps, Maria Theresa, heiratet 1660 den französischen König Ludwig XIV., in ihrer Mitgift befindet sich eine große Perle aus dem spanischen Kronschatz, bei der es sich wahrscheinlich um die später als Peregrina bezeichnete Perle handelt.

1578 war die Peregrina von dem Historiker Garcilasco de la Vega untersucht worden, der darauf hinweist, dass der Wert, damals mit 14400 Golddukaten angesetzt, nicht wirklich zu beziffern ist.

Die Perle wird in der Folgezeit am spanischen Hof weiterhin getragen, während des Erbfolgekrieges gelangt sie zusammen mit anderen Kronjuwelen vorübergehend nach Versailles. 1814 nimmt Josef Bonaparte, den sein Bruder Napoleon als König von Spanien eingesetzt hatte, die Perle auf der Flucht zurück mit nach Frankreich und schenkt sie einige Jahre später Hortense de Beauharnais. Die Tochter Josephines war mit Napoleons Bruder Louis , dem zeitweiligen König von Holland, verheiratet gewesen, ihr Sohn Louis Napoleon ist der spätere Kaiser Napoleon III. 1837 stirbt Hortense in ihrem Haus in Thurgau in der Schweiz, und die Perle geht an ihren Sohn, der sie nach der Flucht aus Frankreich 1873 an den Duke of Abercorn verkauft. Die Familie des Lords lässt die Perle 1913 bohren und umfassen, danach reduziert das Gewicht sich auf die heute vorhandenen 203,84 Grains.

Bis 1969 bleibt die Perle im Besitz der Familie. In diesem Jahr wird sie den Parke-Bernett-Galleries in New York zur Versteigerung gegeben. Die spanische Exkönigin Victoria Eugenie lässt aus Ihrem Exil in der Schweiz mitteilen, dass Sie immer noch im Besitz der wirklichen Peregrina ist. Prinz Alfonso de Bourbon Asturias will die Perle für die frühere spanische Königin zurückkaufen, um dem öffentlich ausgetragenen Disput ein Ende zu bereiten, er unterliegt aber einem unbekannten Bieter. Drei Tage nach dem Kauf wird dessen Identität bekannt gegeben: es ist Richard Burton. Er hat die Perle für 37.000,00 US Dollar erworben, und er schenkt sie Elisabeth Taylor zu ihrem 37. Geburtstag. Die 14.400 Golddukaten von 1578 hätten 1969 übrigens einer Summe von etwa 250.000,00 US Dollar entsprochen. Später wurde die Perle von Cartier in ein üppiges Collier mit einem Gehängeteil eingearbeitet, dessen Abschluss die Perle bildet. Die Perle ist immer noch im Besitz von Elisabeth Taylor, allerdings wird berichtet, dass sie in der Zwischenzeit vom Hund der Schauspielerin zerbissen wurde und in einem wenig schönen Zustand ist

Die Perle "Karl II. von Spanien" 

Die Perle, die 1969 von Exkönigin Victoria Eugenie von Spanien als die in ihrem Besitz befindliche Peregrina ausgegeben wurde, ist nach Meinung des französischen Historikers Bernard Morel die so genannte "Perle Karl II. von Spanien", die Ende des 16. Jahrhunderts zum spanischen Kronschatz gelangte und eine Zeit lang den Namen "Begleiterin der Peregrina" trug. Sie wiegt 223,8 Grains und ist runder als die Peregrina, sie wurde zeitweilig zusammen mit der Peregrina getragen. Nach dem Brand des alten Königspalastes von Madrid 1734 galt die Perle als verschollen. Von Victoria Eugenie ging sie an ihren Sohn Juan Carlos, den jetzigen König von Spanien. Königin Sophia hat seither die Perle häufiger bei öffentlichen Anlässen als Gehängeteil an einem Perlencollier getragen.

Die Pelegrina

Zwei Perlen werden als "Pelegrina" bezeichnet. Eine ist eine Perle unbekannter Herkunft, die Anfang des 19. Jahrhunderts in den Besitz der Hofjuweliere Zosima in Moskau gelangte. Sie soll durch einen der Brüder Zosima von einem Schiffskapitän in Livorno gekauft worden sein, der sie angeblich aus Indien mitgebracht hatte. Später wurde sogar behauptet, es handele sich um die Perle, die Tavernier im Besitz des Sultans von Muskat gesehen hatte, allerdigns wog diese Perle nur etwa 40 Grains.

Die weiße, kugelrunde, ungebohrte Perle, die nach Moskau kam, wog dagegen etwa 111,5 Grains (27,87 Karat), sie wies eine große Durchsichtigkeit auf. Sie gilt seither als die perfekteste Perle der Welt, nachdem G. Fischer von Waldheim, damals Vizepräsident der Kaiserlich-Russischen Medizinakademie, 1818 ein Traktat über die Perle verfasst hatte. Sie soll um 1827 verlorgen gegangen sein, anderen Berichten zufolge soll sie bis zum Untergang des Zarenreiches im Museum der Juweiliere Zosima ausgestellt gewesen sein. Es werden immer wieder Vermutungen geäußert, dass es sich in Wirklichkeit um die "Reine des Perles" gehandelt hat, die zum französischen Kronschatz gehörte und beim großen Diebstahl von 1792 abhanden gekommen ist

Die zweite, ebenfalls als Pelegrina bezeichnete Perle, wurde angeblich 1579 von einem gewissen Diego de Temes aus Panama für 50.000 Golddukaten an Philipp II. Verkauft, der sie wahrscheinlich 1660 seiner Tochter Maria Theresa mit nach Frankreich gegeben hat.. 1826 gelangte die Perle in den Besitz der russischen Prinzessin Tatyana Yusupov, der Nichte Potemkins, die sie an einen einzigen Ohrring trug, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts trug Prinzessin Zenaide Yusupov an einem Sautoir. Bis 1953 soll die Perle im Besitz der Famlie geblieben sein, dann verkaufte Prinz Felix Yusupov sie an einen Schweizer Juwelier, nachdem es ihm 1917 gelungen war, die Perle außer Landes zu schmuggeln. Das Gewicht dieser Perle wird mit 133,2 Grains (33,3 Karat) angegeben. 1935 war in London einen tropfenförmige "Pelegrina" zu sehen, bei der es sich wahrscheinlich um diese Perle handelte. Im Mai 1987 versteigerte das Auktionshaus Christie's in Genf die in einen Anhänger gefasste Pelegrina aus dem ehemaligen Besitz der Prinzessin Yusupov, es wurde eine Summe von 467.123,00 US Dollar erzielt. Der Käufer war ein amerikanischer Sammler.

Bei dieser Perle aus dem französischen Kronschatz soll es sich um eine der schönsten Perlen von perfekt runder Form gehandelt haben, die 110 Grains (27,5 Karat) wog. Der Beschreibung nach ist wahrscheinlich nicht auszuschließen, dass sie mit der 1818 in Russland beschriebenen Perle identisch ist. Vor dem Raub der französischen Kronjuwelen im Jahr 1792 war die Perle nicht mit einem Namen versehen worden, erst danach entdeckte man, dass die leere Golddose die Inschrift "Reines des Perles" trug. Die Perle war 1669 von König Ludwig XV. Für 30.000 Livres gekauft worden und war seither in der schon erwähnten Golddose aufbewahrt worden.

Zum französischen Kronschatz, der am Ende des 18. Jahrhunderts die schönste Perlenkollektion Europas enthielt, gehörten noch 2 grosse Colliers, 3 Paar Ohrgehänge und eine Reihe weiterer Ketten und auch ungefasste Perlen, der Wert wurde 1792 insgesamt auf eine Million Livre geschätzt.

La Regente

Im Mai 1988 wurde bei dem Auktionshaus Christie's eine als "La Regente" bezeichnete eiförmige Perle von 302,68 Grains für 864.240,00 US Dollar versteigert. Der Käufer war ein kuwaitischer Bankier, der Preis ist der höchste, der jemals für eine Perle bezahlt worden ist.

Es handelte sich wahrscheinlich um die so genannte "Perle Napoleon", die 1811 von Napoleon gekauft worden war. Sie gelangte später in den Besitz von Kaiserin Eugenie und wurde 1887, eingefasst in ein Schmuckstück der Kaiserin unter dem Namen "La Regente" verkauft. Sie gelangte ebenfalls an einen Prinzen Yusupov, der sie seiner Tochter Zenaide übergab. 1917 war sie im Besietz ihres Sohnes, des Prinzen Felix Yusupov. Wahrscheinlich gelang es ihm nicht, die Perle (so wie die Pelegrina) außer Landes zu bringen, und sie wurde möglicherweise in den zwanziger Jahren von der Sowjetunion zusammen mit anderen beschlagnahmen Prezisioren verkauft. Dem Katalog von Christie's ist zu entnehmen, dass der Verbleib der Perle über siebzig Jahre hinweg unbekannt gewesen ist. Der französische Historiker Bernard Morel weist in seiner Beschreibung der französichen Kronjuwelen darauf hin, dass es sich bei der im Mai 1988 verkauften Regente möglicherweise nicht um die "Perle Napoleon" handelt.

Der Baroda-Perlenteppch

Der Perlenteppich des Gaeckwar von Baroda gehört zu den exquisitesten Perlenobjekten, die erhalten geblieben sind. Teppiche dieser Art stehen in Indien in einer langen Tradition und das Objekt reflektiert geradezu symbolhaft den Luxus und die Üpigkeit des Orients. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten Besucher des Palastes, wenn sie Glück hatten, den Teppich vor dem Thron des Besitzers ausgebreitet sehen. Der Anblick der im Sonnenlicht matt schimmernden Perlen muss überwältigend gewesen sein.

1903 war der Teppich in einer Ausstellung indischer Kunst in den Kudsia-Gärten in Dehli zu sehen. Sir Georg Watt schrieb im Katalog zur Ausstellung, dass der Perlenteppich mehr als alle anderen Objekte Aufmerksamkeit erregte. Zwei Teile eines ursprünglich "atemberaubenden Ensembles" waren ausgestellt: ein runder, baldachinähnlicher Teil und ein "rechteckiger" Teppich von etwa 272 x 162 cm – der ursprüngliche Teppich soll sich aus vier solcher Teile zusammmengesetzt haben. Über den Verbleib der übrigen Teile und des Baldachins liegen keine Informationen vor, der 1903 ausgestellte Teppich befindet sich noch heute in Familienbesitz.

Watt greift auf die Beschreibung von Sir George Birdwood von 1879 in "Industrial Arts of India" zurück, der den Teppich als das herrlichste Stück an Stickkunst, das überhaupt jemals bekannt geworden ist, bezeichnet hatte. Er war von Khande Rao, von 1856bis 1870 Gaekwar von Baroda, als Chador für das Grab von Mohammed in Auftrag gegeben worden. Khande Rao stellte nach Erhebung gegen die Briten in Indien eine Übergangsfigur dar, seine Extravaganz wurde später zum Inbegriff des Lebensstils der indischen Maharadschahs. Er stand damit im krassen Gegensatz zum britischen Geist der Sparsamkeit, die Briten sahen den Gaekwar als einen Verschwener, dem Luxus und Pomp über das Wohlergehen seiner Untertanen gingen.

In der Mitte des 17. Jahrhunderts waren die Gaekwars an die Macht gekommen, nachdem sie das Gebiet von Baroda und den Rest des Staates Gujaret von den Mogul-Herrschern erobert hatten. 1862 wurde der Gaekwar von den Briten, zu deren Gefolgsleuten er zunächst zählte, offiziell als "Seine Hoheit der Maharadscha Gaekwar von Baroda" bezeichnet. Zuvor hatte er einen Anschlag seines jüngeren Bruders Mulhar Rao überlebt, der versucht hatte, ihm mit einem Begräu aus zu Pulver zermahlenen Diamanten zu vergiften. Das Fürstentum Baroda wurde 1949 in den Staat Bombay eingegliedert.

Über das Motiv zur Herstellung des Perlenteppichs wird bis heute gerätselt. An erster Stelle steht die Version von der großzügigen Spende für die moslemischen Untertanen, deren Wohlwollen der Gaekwar mit dieser Geste erlangen wollte. Das Geschenk kam allerdings nie oder zumindest nicht vollständig nach Mekka. Die Familie besaß u.a. kolossale Mengen an Perlen, und ein Berichterstatter ist im späten 19. Jahrhundert der Meinung, dass der Perlenteppich lediglich als Mittel zur Aufbewahrung dieses Perlenschatzes dienen sollte. Eine andere Geschichte will wissen, dass der Gaekwar den Teppich selbst als Geschenk für eine Engländerin entwarf, in die er sich verliebt hatte. Die Vertreter der britischen Kolonialregierung untersagten ihm, das Geschenk weiterzugeben, und so blieb der Teppich in Baroda. Die Herstellung des Teppichs, der im "Book of the Pearl" von Kunz und Stevenson 1908 erwähnt wird, oblag Juwelieren aus Gujarat, die zur Gestaltung der ganz mit Saatperlen bedeckten Oberfläche sich arabesker Muster und Rosetten bedienten, die der Mogul-Tradition entliehen sind. Wahrscheinlich ließ man sich von der legendären, mit Juwelen besetzten Bedeckung für das Ehrengrabmal von Muntaz Mahal im Taj Mahal inspirieren, die von Shah Jahan in Auftrag gegeben worden war. Die Perlen, von denen jede einzelne durchbohrt und aufgezogen ist, sind so zusammengestellt, dass unterschiedliche Nuancen von Weiß in Wellen über die Oberfläche rollen, die zusammen mit der Aneinanderreihung des Lüsters jeder einzelnen Perle ein unvergleichliches Bild bieten. Zur Gestaltung der Oberfläche wurden wahrscheinliche etwa 1,4 Millionen kleiner Saatperlen verwendet, die Größe liegt im Bereich von 1 – 2 mm bis 2 – 3 mm, die Umrandung der Rosetten sind mit größeren Perlen bis zum 6 x 4 mm Größe ausgefasst. Das Gewicht der Perlen dürfte sich insgesamt auf 30.000 Karat (etwa 6 Kilogramm) belaufen. Darüber hinaus wurden mehr als 2.600 Diamanten, 1.300 Rubine, 600 Smaragde und farbige Glasperlen verwendet.

Über den Herstellungspreis gibt es unterschiedliche Angaben, die von 10 Millionen bis 60 Millionen Rupien gehen. 1988 wurde der Wert des Objektes mit etwa 10 Millionen Mark beziffert.

(Quelle: Elisabeth Strack "Perlen" 2001)