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Wissenswertes über Perlenernte.

Die Ernte der Zuchtperlen findet in den Wintermonaten zwischen November und Februar statt, normalerweise im November oder Dezember. In diesen Monaten verlangsamt sich der Stoffwechsel der Muscheln und die Wachstumsrate geht zurück. Der Farmer, der über seine Bestände genau Buch führt, bestimmt meistens schon bei der Operation das Ende der Wachstumszeit. Frühere Ernten werden nur dann angesetzt, wenn den Muscheln Gefahr für ihr Leben droht. Wenn der Herbst warm gewesen ist, werden die Ernten oft bis in den Januar und Februar hinein verschoben, um die kühlen Temperaturen über eine längere Zeit hinweg auszunutzen.

Zu Beginn der Ernte werden in Ufernähe lange Tische aufgestellt, und Boote bringen Körbe mit dem Muscheln an Land. Jede einzelne Muschel wird durch schnelles Herausschneiden des Schließmuskels geöffnet, die Muskeln werden auf Tabletts gesammelt und kommen noch auf der Farm roh auf den Tisch, sie sind der essbare Teil der Muscheln und gelten als Delikatesse. Der Weichkörper wird aus der Schale geschabt und geht in Behälter, die entlang der Tische aufgestellt werden. Die Schalen werden weggeworfen und bilden nach und nach riesige Schalenberge. Sie können ihrerseits wieder im Meer landen oder sie gehen an die Landwirtschaft, es lassen sich Düngemittel oder Hühnerfutter daraus herstellen. Sie finden wahrscheinlich auch eine Verwendung zu preisgünstigerer Perlenmedizin.

Die Behälter mit den Weichtieren werden in große Holzbottiche entleert, in denen die weiche Masse mit ungelöschtem Kalk und Meerwasser eingeweicht und später umgerührt wird. Die Perlen sammeln sich auf dem Boden der Behälter an und werden nach dem Abfiltrieren in Salzwasser gereinigt. Japaner nennen die Ernte, die frisch aus den Muscheln kommt, 'hama-age', was wörtlich soviel wie 'zumUfer hochleben' bedeutet. In der Zwischenzeit ist der Ausdruck auch in den westlichen Sprachen zu einem feststehenden Begriff für die neue Ernte des Jahres geworden.

Die Hamage enthält, wenn sie aus dem Meer kommt, alle Qualitäten. 60 bis 80 Prozent der Perlen können verwertbar sein, dabei ist der Maßstab, der an die Verwertbarkeit angelegt wird, in den letzten Jahrzehnten und insbesondere in den letzten Jahren zurückgegangen. Perlen, deren Kerne nur unregelmäßig mit Perlsubstanz umwachsen sind, werden aussortiert, sie stellen in der Regel etwa 10 bis 15 Prozent der Produktion dar. Sie werden vernichtet oder wieder als Kerne verwendet, oder sie gelangen auf den Markt als Perlmedizin, die für Japan ein wichtiger Exportartikel in ostasiatische Länder ist. Nur etwa 15 bis 25 Prozent der geernteten Perlen sind von guter Qualität und nur etwa 5 Prozent sind sehr gut. Etwa 40 Prozent der Perlen sind von mittlerer und etwa 20 Prozent von geringer Qualität. Die Qualitätsverteilung kann sich für kleinere Perlen nach oben verschieben, bei Perlen über 9mm ist oft nur ein Prozent von guter Qualität.

(Quelle: Elisabeth Strack "Perlen" 2001)